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Aktualisiert: 18.11.2015

"M 3 "zickte"

So hatten sich Rolf Petersen und Jürgen Krabbenhöft ihren Wiedereinstieg in den Rallyesport nicht vorgestellt. Der frisch revidierte BMW M 3 "zickte" bei der ADAC Ostsee Rallye von Beginn an, insbesondere der 4. Gang ließ sich nur mit Gewalt einlegen. Im Verlaufe des Wettbewerbs verschlimmerte sich zudem ein Aufhängungsproblem an der Hinterachse soweit, dass das Team aufgeben musste: "Das Auto war unfahrbar und brach immer wieder unkontrolliert aus. Da blieb uns keine andere Wahl als aufzuhören" ärgerte sich Rolf Petersen.

Haulsen/Schröder punkten in Trier

Rainer Haulsen und Andreas Schröder erreichten bei der Rallye Deutschland das Ziel und holten weitere wichtige Punkte für die Deutsche Meisterschaft. Der fünfte Wertungslauf zum nationalen Championat wurde im Rahmen des deutschen Weltmeisterschaftslaufes ausgetragen.

Das Foto zeigt das Suzuki-Team der Motorsportfreunde Idstedt beim Start auf dem Roncalliplatz vor dem Kölner Dom.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

Comeback mit Hindernissen

48 Fahrzeuge starteten auf Gut Görtz (Kreis Ostholstein) zur Doppelveranstaltung des MSC Holstein. Ausgetragen wurden bei beiden Wettbewerben jeweils vier Wertungsprüfungen auf dem Truppenübungsplatz Putlos.
Nach einer Pause von 25 Jahren startete der Deutsche Rallye-Vizemeister von 1985, Rolf Petersen (Westerrönfeld) erstmalig wieder bei einer Rallye. Sein Copilot Jürgen Krabbenhöft (Neuberend) hatte sogar 33 Jahre pausiert. Das Team brachte einen 19 Jahre alten BMW M 3 an den Start und war bei heißem August-Wetter guter Dinge. Aber es sollte anders kommen. Gleich auf der ersten Wertungsprüfung fiel die Gegensprechanlage aus. Insbesondere auf den Schotterpassagen war eine Verständigung nur mit Handzeichen möglich. Kein Wunder, dass dabei ein Abzweig verpasst wurde. Auf der zweiten Prüfung, ein schneller Asphalt-Rundkurs, kam es dann noch dicker. „Gleich in der ersten von knapp drei zu fahrenden Runden hatten wir vorne links einen schleichenden Plattfuss. Schließlich war die Luft komplett entwichen und wir mussten mehrere Kilometer auf der Felge zurücklegen“ ärgerte sich Petersen. Unterm Strich war so nicht mehr als der 13. Gesamtrang drin.
Der zweite Wettbewerb begann mit mehreren top-ten-Zeiten vielversprechend. „Dann aber lief uns ein Reh auf die Strecke und wir mussten aus hohem Tempo stark abbremsen – auch hier war die Fahrzeit ‚im Eimer‘. Noch schlimmer wurde es auf der letzten Wertungsprüfung. Kurz vor dem Start setzte ein heftiger Sturzregen ein, der bei uns wie bei vielen anderen Teams für beschlagene Scheiben sorgte. Die Prüfung sind wir praktisch durchgerutscht. Die Reifen waren für trockene Fahrbahn ausgelegt und selbst auf den Schotterstücken stand so viel Wasser, dass die Bestzeitprüfung mehr einer Fahrt auf Schmierseife ähnelte.“ Dennoch konnten sich Petersen/Krabbenhöft deutlich verbessern und die Veranstaltung auf Platz sieben beenden.
„Das war nicht das, was ich mir erhofft hatte“ resümierte Rolf Petersen kritisch. Aber für einen ersten Test unter Wettbewerbsbedingungen war es gut. Wir haben viele Punkte gefunden, die an dem BMW M 3 noch verbessert werden müssen. Insbesondere die Getriebeabstufung entspricht nicht den Anforderungen an eine Rallye, das Fahrzeug ist viel zu lang übersetzt. Auch das Fahrwerk muss noch modifiziert werden.“
Mit der Zusammenarbeit im Fahrzeug zeigte sich der Westerrönfelder sehr zufrieden. „Wir haben die erste gemeinsame Veranstaltung bestritten. Die Ansagen meines neuen Copiloten kamen präzise und ich konnte voll darauf vertrauen!“
Sofern die technischen Änderungen am Einsatzfahrzeug rechtzeitig umgesetzt werden können, planen Rolf Petersen und Jürgen Krabbenhöft einen Start bei der Ostsee-Rallye Anfang September. Die Rallye findet ebenfalls im Kreis Ostholstein statt und zählt zur bundesweit ausgeschriebenen Serie ADAC Rallye Masters.

Großes Pech und doch Erfolg!

Zum vierten von sieben Läufen in der Deutschen Rallyemeisterschaft reisten Rainer Haulsen (Schleswig) und sein Beifahrer Gerd Brudermann (Stade) in das benachbarte Luxemburg, um dort weitere Punkte für die Meisterschaft zu erringen. Nach einer langen Anreise am Donnerstag, einem Abfahren der Wertungsprüfungen am Freitag sollte es am Sonnabend auf rund 80 Wertungskilometern um Minuten und Sekunden gehen. Begeistert zeigte sich das Team der Motorsportfreunde Idstedt im ADAC von der Streckencharakteristik. Gerd Brudermann: „Hier gibt es so viele Kuppen und Kurven wie in Angeln, dazu aber auch noch viele Berge und teilweise extrem enge Straßen.“
Nach den ersten sechs Wertungsprüfungen ohne nennenswerte Schwierigkeiten lagen die Norddeutschen gut im Rennen. Auf der Wertungsprüfung sieben kam dann das überraschende frühe Aus. „Nach einer langgezogen Kurve, die wir mit ca. 140 km/h absolvierten, musste ich mit Erschrecken unmittelbar hinter der Kurve einen anderen Teilnehmer ausmachen, dessen Fahrzeug sich überschlagen hatte und direkt vor mir auf dem Dach und zudem mitten auf der Straße lag. Eine Notbremsung mit Ausweichmanöver auf die benachbarte Wiese war zwar soweit erfolgreich, nur leider war dabei auf 20 Meter Länge ein massiver Zaun im Weg. Der Zusammenprall hinterließ erhebliche Spuren an dem Suzuki Swift. Ob es morgen überhaupt weitergeht, steht in den Sternen“, so Rainer Haulsen direkt von der Strecke und unter dem Eindruck des Geschehens. Auf die beiden weiteren Wertungsprüfungen mussten die Norddeutschen verzichten und das Auto in den Service bringen lassen.
Nach fünfstündiger Reparatur und einer nächtlichen Ersatzteilelieferung aus dem benachbarten Saarland war der Rallyewagen am nächsten Morgen wieder einsatzbereit und Haulsen/Brudermann konnten erneut starten. Die Zeitverluste des Vortages waren nicht einzuhoeln, dass war zu diesem Zeitpunkt bereits klar. So ging es für das MSF-Team darum, dass Auto mit guten Fahrzeiten ins Ziel zu bringen. Haulsen: „Nach über 170 Wertungsprüfungskilometern über teilweise extrem schlechten Schotter erreichten wir die Zielrampe. Aufgrund der hohen Ausfallquote konnten wir zudem überraschend viele Punkte in der Deutschen Rallyemeisterschaft sammeln.
In der Meisterschaftswertung verbesserte sich der Schleswiger Suzuki-Pilot vom 13. auf den 11. Tabellenrang. Der nächste Auftritt von Rainer Haulsen, dann wieder mit seinem Stammbeifahrer Andres Schröder aus Süderbrarup, findet Ende August im Rahmen der Rallye Weltmeisterschaftslaufes bei der Rallye Deutschland rund um Trier statt.

Rallyeeinsatz in Luxemburg

Zu seinem ersten Auslandseinsatz in Luxemburg startet am kommenden Wochenende (21./22. Juli) das Rallyeteam Rainer Haulsen/Gerd Brudermann von den Motorsportfreunden Idstedt im ADAC. Nachdem die Sachsen Rallye zu Saisonbeginn ihren Rückzug aus der Deutschen Meisterschaft erklärte, wurde der 5. Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft in das Großherzogtum vergeben. Aufgrund dieser Änderung verbunden mit der Terminverlegung muss Rainer Haulsen auf seinen bewährten Beifahrer Andreas Schröder aus Süderbrarup verzichten. Als Ersatz springt Gerd Brudermann aus Stade ein, mit dem Haulsen bereits einige Rallyes bestritten hat. „Von daher bedarf es keiner großen Umgewöhnungen und wir können ab der ersten Wertungsprüfung auf Angriff fahren“, so Haulsen.
In Luxemburg warten 13 Wertungsprüfungen auf die 66 gemeldeten Teams. Hinzu kommt eine Zuschauerprüfung mitten in der Landeshauptstadt, hier werden einige tausend Zuschauer erwartet. Die Rallye startet am Sonnabendvormittag, der Zieleinlauf erfolgt ab 15.00 Uhr am Sonntag. „Unsere Fahrzeugdivision ist gut besetzt und wir erwarten spannenden Wettkämpfe“, erklärt Gerd Brudermann. „Unser Ziel wird es vor allem sein, die Teams Wallenwein/Weyand und Wiegand/Maulitz auf ihren fast neuen Citroen DS3 R1 Fahrzeugen hinter uns zu lassen. Gegen die starken Junioren aus dem Saarland werden wir hingegen wohl keine Chance haben.“ Das Nord-Team startet wie üblich mit einem Suzuki Swift Sport und erhofft sich wichtige Punkte in der Wertung zur Deutschen Rallyemeisterschaft und einen Teil aus dem Preisgeldtopf der Fa. Hankook, da Haulsen ausschließlich Reifen des koreanischen Herstellers fährt.
Im Anschluss an die Luxemburg Rallye verbleibt der Suzuki Swift im Saarland und wird dort revidiert. „Wenige Wochen später findet die Rallye Deutschland ebenfalls im Südwesten statt. Aus ökonomischen Gründen haben wir uns für diese Konstellation entschieden, um gut gewappnet den deutschen Lauf zur Rallye Weltmeisterschaft bestreiten zu können.

Haulsen/Schröder behaupteten sich in Hessen

Start an der Seebrücke

Der dritte Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft fand in Hessen statt. Rainer Haulsen und Andreas Schröder von den Motorsportfreunden Idstedt reisten zu ihrem zweiten DRM-Einsatz nach Schlitz. „Da ich bei der Wikinger Rallye die Funktion des Organisationsleiters innehabe, konnte ich bei meiner Heimrallye nicht an den Start gehen. Da fehlen natürlich einige Punkte, die es in Hessen gut zu machen gilt“.

Statt Schnee wie bei den beiden Auftakt-Wettbewerben erwartete die fast 80 Teams der in Rallyekreisen so genannte „braune Schnee“. Aufgrund der Witterungsverhältnisse hatten sich neben den vielen Schotterpassagen auch die Asphaltprüfungen in schmierige, teils schlammige und immer stark verschmutzte Straßen verwandelt. Den Fahrern und den Fahrzeugen wurde alles abverlangt, die Konzentratiopn musste in jeder Sekunde hoch gehalten werden. Trotzdem hatte auch das MSF-Team das eine oder andere Mal Schwierigkeiten, das Rallye-Fahrzeug überhaupt auf der Strecke zu halten. „Bei diesen Verhältnissen waren allradgetriebene Fahrzeuge deutlich im Vorteil!“ stellte Haulsen im Ziel fest.

In der mit 18 Startern stark besetzen Division der seriennahen Fahrzeuge bis 1600 ccm behaupteten sich Rainer Haulsen / Andreas Schröder nach 10 Wertungsprüfungen über 140 km auf dem 9. Rang. „Selten habe ich am Lenkrad so viel zaubern müssen, wie bei der Hessen Rallye“, resümierte  Rainer Haulsen im Ziel und ergänzte: „Dass wir dieses Mal einige der technisch moderneren Citroen DS3R1 und Renault Twingo R1 hinter uns lassen konnten zeigt,  dass unser 5 Jahre alter Suzuki Swift immer noch konkurrenzfähig ist.“

Erfreut zeigte sich auch Andreas Schröder über die hervorragende Organisation und die anspruchsvollen Wertungsprüfungen. „Hier hatten wir von schnellen Kurvenkombinationen bis zu extrem engen und schmierigen Passagen alles dabei – fast so, wie wir es sonst nur von der ADAC Wikinger Rallye kennen.“