Slalom total » DSM 2019

Aktualisiert: 12.06.2019

7 Doppelsiege

In einer reibungslos verlaufenden Co-Produktion führten die Motorsportfreunde Idstedt und der Automobilclub Nordfriesland zu Pfingsten zwei Veran-staltungen zur Deutschen Slalom Meisterschaft auf dem ehemaligen Flugplatz in Eggebek durch. An beiden Slalomtagen herrschten recht unterschiedliche Bedingungen. Während am Sonntag nur die erste Startgruppe mit einem feuchten Streckenbelag zurechtkommen muss-te, waren am Montag gleich vier der sechs Startgruppen betroffen. Die Strecke war teilweise richtig nass, entsprechend vorsichtig agierten die Fahrerinnen und Fahrer. Dadurch blieb die Fehlerquote am zweiten Tag absolut gleich: pro Lauf wurden von den Sportwarten jeweils 26 Fehler notiert. Um den straffen Zeitplan einhalten zu können, entschieden die beiden Slalomleiter Holger Haulsen (MSF) und Peter Peters (AC), nur zwei anstatt der geplanten drei Wertungsläufe fahren zu lassen. So konnte auch der Montag-Wettbewerb pünktlich beendet werden.

Die schnellste Laufzeit fuhr an beiden Tagen der Berliner Felix Budzisch auf seinem BMW 330iS. Allerdings blieb der Fahrer aus der Hauptstadt dabei nicht fehlerfrei und musste sich “unterm Strich“ mit den Gesamtplätzen 3 und 4 zufriedengeben. Insgesamt gab es in den elf Fahrzeugklassen sechs Doppelsieger, einen weiteren Doppelsieg konnte ein Fahrzeug für sich verbuchen. Am Sonntag pilotierte Hans-Martin Gass (Kösching) den Audi A3 TFSi  am schnellsten über den Parcours, am Montag war sein Teamkollege Werner Euringer (Ottenbach) auf dem gleichen Fahrzeug erfolgreich. Während sich Gass damit bereits zum sechsten Mal in die Siegerliste eintragen konnte, war es für Euringer der erste Erfolg im hohen Norden.

Ein Vater-Tochter-Duell in der Klasse G5 entschied am Montag Tochter Michelle für sich, nachdem sie und Vater Manfred am Vortag mit einem gebrochenen Zündkabel aufgeben mussten. Das Geschwister-Duell zwischen Tim und Kai Sorgenfrei in der Klasse F 9 ent-schied zweimal der 3 Jahre jüngere Tim für sich, einmal mit 86/100 Sekunden, auf nasser Strecke dann deutlicher mit 4,13 Sekunden.

Beim Cimbern Slalom verpasste Lokalmatador Carsten Diercks (Tarp) den Sprung unter die top ten nur knapp. Der VW Polo-Pilot wurde mit einem Rückstand von 1,52 Sekunden auf Rang 14 klassiert. Jörg Schweder (Süderhackstedt, BMW) und Sebastian Raudies (Schuby, VW Polo) konnten sich auf den Plätzen 34 und 35 ebenfalls noch in der ersten Hälfte der 77 Starter behaupten. 71 Pilotinnen und Piloten wurden gewertet – 2 Starter fuhren eine Runde zu wenig, weitere 4 mussten mit technischen Problemen aufgeben.

Beim 1. Westküsten Slalom des AC Nordfriesland war der Abstand etwas größer. Sebastian Raudies fehlten auf Platz 19 über 7 Sekunden zu den top ten. Nach über einem Jahr Pause wurde Morten Dau (Flensburg) auf seinem Honda CRX guter 21. Mit Rolf Brodersen (Bergenhusen, BMW) auf Platz 25, Jörg Schweder auf Platz 29 und Carsten Diercks auf Platz 32 konnten sich insgesamt fünf ‚Nordlichter‘ in der ersten Hälfte des 82 Starter großen Feldes platzieren.

Beide Slalomleiter zeigten sich mit der Abwicklung sehr zufrieden. „Trotz der schlechten Wit-terungsbedingungen war die Zusammenarbeit perfekt, alle Beteiligten haben einen tollen Job gemacht!“ freuten sich Haulsen und Peters.

Streckenbesichtigung im Regen
Doppelsieg für den Audi A3
Gelungenes Dau-Comeback
Klassensieg für Raudies
Zielgassen-Abräumer

Zwei DM-Läufe beim „Slalom total“

Holger Haulsen, Sportleiter der Motorsportfreunde Idstedt im ADAC, strahlte auch vor dem diesjährigen „Kraftakt“ auf dem ehemaligen Eggebeker Flugplatz: „Ich bin begeistert, dass wir erneut ein tolles Nennungsergebnis feststellen können!“ Der Schleswiger konnte 83 (Sonntag) bzw. 90 Teilnehmer (Montag) zulassen. „Erstmalig findet in diesem Jahr eine Kooperation mit dem AC Nordfriesland statt, der die Montagsveranstaltung durchführen wird. So konnten wir die Last auf mehrere Schultern verteilen und den ordnungsgemäßen Ablauf sicherstellen“ lautete seine Begründung.
„Aufgrund unserer peripheren Lage im hohen Norden Deutschlands ist die Teilnehmerzahl sensationell, wir sind stolz und freuen uns sehr“ stellten die beiden Vorsitzender Bernd Becker (Klappholz) und Carsten Carstensen (Husum) heraus.
Zum neunten Mal in Folge zählen die Wettbewerbe zur Deutschen Slalom Meisterschaft und zum Norddeutschen ADAC Slalom-Cup. „Damit sind wir seit Jahren in der Spitze der Veranstalter dabei, eine Tatsache, die uns erfreut und immer wieder anspornt, den Wettbewerb besser zu gestalten“ führte Holger Haulsen aus. Carsten Carstensen ergänzte: „Wir können den einen Wettbewerb quasi komplett übernehmen, da fällt uns der Einstieg umso leichter.“
Wie im Vorjahr befindet sich der Start- und Zielbereich am südlichen Punkt der Strecke und erneut gibt es besondere Ehrenpreise, die es anderswo nicht gibt.
„Pokale haben die meisten Fahrer mehr als genug. Wir vergeben daher Mini-Leuchttürme – in diesem Jahr die originalgetreuen Nachbauten von Dahmeshöved und Schleimünde – und daneben Lebensmittelpreise in Form von Präsentkörben und Mettwürsten. Das kommt immer sehr gut an“ begründete Bernd Becker das Festhalten an dieser Tradition.
Sportlich stehen an beiden Tagen knapp 3 km lange Strecken auf dem Programm. Nach einem Trainingsdurchgang werden jeweils drei Wertungsläufe gefahren. Die Fahrtzeiten und evtl. Strafzeiten durch das Umwerfen von Pylonen oder das Auslassen von Toren werden addiert. Die Fahrerin bzw. der Fahrer mit der geringsten Fahrzeitsumme ist der Sieger.
„In der Summe werden damit rund 1.900 km auf Bestzeit gefahren. Der Zeitplan ist eng, außergewöhnliche Vorfälle können wir dabei ebenso wenig brauchen wie den Starkregen vor drei Jahren“ nannte der MSF-Sportleiter die Anforderungen an die Abwicklung.
Mit Hans-Martin Gass (Kösching, Audi A3 TSFI), Ralph Noelle (Herdecke, BMW 320is) und Roland Wallrab (Gersfeld, beide BMW M3) kommen die Top-Favoriten aus West- und Süddeutschland. Von dem Spitzen-Quartett in der Deutschen Meisterschaft sind gleich drei Anwärter auf vordere Gesamtränge dabei: Lars Bröker (Großalmerode, Mitsubishi Lancer), Thomas Weber (Worms, Mitsubishi Lancer) und Hans-Martin Gass. Lediglich der in der Wertung führende Tony Tute (Wedemark, VW Lupo) hat in der Gesamtwertung nicht einmal Außenseiterchancen, aufgrund der Klassenwertung jedoch gute Aussichten, seinen vorderen Platz zu behaupten oder gar auszubauen.
Die Last der Lokalmatadoren tragen die MSF-Piloten Morten Dau (Flensburg) auf seinem gewohnt schnellen Honda CRX und das Diercks-Trio (Carsten, Hauke und Morten) aus Tarp auf VW Polo und VW Golf sowie Sebastian Raudies (Schuby), der ebenfalls einen VW Polo pilotiert. Insgesamt kommen 30 Pilotinnen und Piloten des Starterfeldes aus Schleswig-Holstein, darunter alleine zwölf  Fahrer der beiden veranstaltenden ADAC-Ortsclubs.
Beide Veranstaltungstage beginnen um 8 Uhr mit den Trainingsläufen der ersten Startgruppe und enden voraussichtlich gegen 17:00 Uhr.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Die Vorbereitungen für das "Slalom-total"-Wochenende über Pfingsten laufen auf vollen Touren und auf verschiedenen Ebenen.
Unsere Fotos zeigen Hauke Diercks beim Markieren der Pylonen und die von vielen fleißigen Händen von Gras und Unkraut geräumten Fugen.
Und last not least hat Slalomleiter Holger Haulsen die beliebten Trophäen selbst zusammengeschraubt. Es gibt also auch 2019 wieder Leuchttürme anstelle von Pokalen.

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine staufreie Anreise in den hohen Norden und die erhofften Wertungspunkte für die ausgeschriebenen Meisterschaften!