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Aktualisiert: 18.11.2015

Favoritensiege durch Hans-Martin Gass und André Jeuschede

Zum fünften Mal in Folge führten die Motorsportfreunde Idstedt im ADAC Veranstaltungen zur Deutschen Rennslalom Meisterschaft durch. „Leider hat uns der vom MSC Hanseat am Pfingstsonnabend auf dem Flugplatz „Hungriger Wolf“ in Hohenlockstedt durchgeführte Wettbewerb einige Teilnehmer gekostet. Nicht weniger als 10 Starter konnten aufgrund technischer Probleme mit ihren Fahrzeugen in Eggebek nicht antreten“ klang es ein wenig enttäuscht aus dem Mund von Rennleiter Holger Haulsen (Schleswig). Dabei hatte der Sportleiter der Motorsportfreunden Idstedt überhaupt keinen Grund zur Enttäuschung. Beide MSF-Wettbewerbe wurden überaus pünktlich abgewickelt. Die äußeren Bedingungen stimmten, lediglich am frühen Montag-Vormittag war die Strecke ein wenig feucht. Und das Wichtigste: Teilnehmer, Zuschauer und Helferinnen und Helfer waren überaus zufrieden. Die Übermittlung der Laufzeiten klappte hervorragend, die Zeitnahme und die Auswertung arbeiteten fehlerfrei, die von den Schleswiger Werkstätten gearbeiteten Wikinger-Schiffe kamen ebenso gut an wie die gestifteten Ehrenpreise der Flensburger Brauerei – insgesamt eine rundum gelungene Slalomveranstaltung der Motorsportfreunde Idstedt im ADAC.

72 bzw. 70 Fahrerinnen und Fahrer nahmen die von Björn Dau abgesteckten Strecken „unter die Räder“. Aufgrund technischer Defekte konnten 4 bzw. 2 Teilnehmer nicht alle drei geforderten Wertungsläufe absolvieren und kamen mithin nicht in die Wertung. Die Gesamtwertung gewannen mit Hans-Martin Gass (Kösching, Audi A3 TFSI) und André Jeuschede (Herdecke, BMW M3) zwei Favoriten. Der Audi-Pilot fuhr am Pfingstsonntag mit 87,66 Sek. zugleich den schnellsten fehlerfreien Durchgang auf der 2.850 m langen Strecke (=117,04 km/h). Am Montag war Mario Fuchs (Grafschaft) mit seinem allradgetriebenen Mitsubishi Lancer und 89,92 Sek. auf der 100 Meter längeren Distanz (= 118,10 km/h) schnellster Fahrer, sammelte aber in den beiden anderen Durchgängen zu viele Pylonenfehler, um sich den Sieg sichern zu können. Dies gelang dem Titelträger des Jahres 2010, André Jeuschede, mit drei fehlerfreien schnellen Fahrten.

Mit seinem Gesamtsieg am Pfingstsonntag, einem dritten und einem vierten Platz lohnten sich für Hans-Martin Gass die 850 km Anfahrt in den hohen Norden ganz besonders, er übernahm mit diesen Platzierungen die Führung in der Meisterschaftstabelle. Die einheimischen Fahrer konnten sich gegen die deutsche Elite nicht wie erhofft in Szene setzen, ein Platz in den top ten blieb den „Nordlichtern“ auch in diesem Jahr verwehrt. Bester war diesmal MSF-Pilot Morten Dau aus Flensburg, der am Pfingstmontag mit seinem Honda CRX den elften Gesamtrang herausfuhr und sich mit dieser Leistung den Klassen- und Divisionssieg sicherte. Am Vortag belegte sein Bruder und Vereinskamerad Björn (Ringsberg) auf dem gleichen Fahrzeug den 16. Gesamtrang.

Hervorragende Platzierungen in der jeweiligen Klasse erreichten Morten Dau (Klassensieg und dritter Platz), Björn Dau (2 x Dritter), Hauke Diercks (Tarp, VW Polo, 5.), Carsten Diercks (Tarp, VW Polo, 5.) – alle MSF Idstedt, Gabriele Claussen (Havetoft, Peugeot 106 XSI, 2. und 4.), Harry Holz (Sörup, Peugeot 106 XSI, 2 x Dritter), Michel Hansen (Tarp, Peugeot 106 XSI, 4.) – alle MSC Tarp sowie Michael Höfer (Flensburg, VW Golf, 3. und 4.) und Sascha Stoll (Dannewerk, Ford Escort, 5. und 6.).

161 Meldungen zu den beiden MSF-Veranstaltungen

Zum fünften Mal in Folge führen die Motorsportfreunde Idstedt im ADAC Veranstaltungen zur Deutschen Rennslalom Meistrerschaft durch. Die in der Ausschreibung genannte Obergrenze von 80 Teilnehmern pro Wettbewerb wurde erstmalig erreicht. „Obwohl uns die Landebahn des ehemaligen Flugplatzes nicht mehr zur Verfügung steht, konnten wir im letzten Jahr interessante Streckenführungen anbieten. Die Fahrerinnen und Fahrer aus ganz Deutschland haben das honoriert und uns sozusagen eine Punktlandung beschert“ freut sich Slalomleiter Holger Haulsen (Schleswig) auf die bevorstehenden Motorsport-Wettbewerbe. „Eggebek bietet gerade für den Slalomsport alle Möglichkeiten. Nur so ist es uns überhaupt möglich, dieses tolle Angebot zu unterbreiten.“
Ausgeschrieben sind zwei Veranstaltungen mit jeweils einem Trainingslauf und drei Wertungsläufen. Die Streckenlänge am Sonntag beträgt 2.850 Meter, der Montag-Slalom ist knapp 100 Meter länger. Damit haben die 161 gemeldeten Fahrerinnen und Fahrer rund 2.800 km möglichst schnell und konzentriert zu absolvieren. Denn für jede umgeworfene oder aus der Markierung verschobene Pylone werden zu der Fahrzeit drei Strafsekunden addiert.
Neben den Prädikaten zur Deutschen Rennslalom Meisterschaft werden die Veranstaltungen auch für die Schleswig-Holstein-Meisterschaften des ADAC und zu zahlreichen anderen regionalen Serien gewertet. An beiden Tagen beginnt der Wettbewerb jeweils um 08:00 Uhr.
Die Deutsche Rennslalom Meisterschaft wird seit 2004 ausgetragen. Mit dem dreimaligen Meister und Titelverteidiger Mike Röder (Fürth, 2011, 2012, 2014), André Jeuschede (Herdecke, 2010) und Reinhard Nuber (Isny, 2006 und 2008) sind gleich drei ehemalige Seriensieger dabei. Allerdings kommt vom diesjährigen Führerungstrio nach zwei Veranstaltungen keiner in den hohen Norden, so dass es nach dem Pfingstwochenende eine deutliche Verschiebung unter den top ten geben wird. Die besten Chancen auf die Tabellenführung haben Klaus Hens (Berlin, VW Golf G40), Hans Martin Gass (Kösching, Audi A3 TFSI) und Mario Fuchs (Grafschaft, Mitsubishi Lancer EVO 9). Insbesondere  Gass und Fuchs dürften sich besonders auf den Eggebeker Doppel-Wettbewerb freuen, gewannen sie doch im Vorjahr die 27. und 28. Auflage des Slalom-Klassikers im Norden.
Die Last der Lokalmatadoren tragen die MSF-Piloten Björn und Morten Dau (Ringsberg und Flensburg). Dabei wird Björn Dau – Schleswig-Holsteins Automobilsportler des Jahres 2009 – den Ehrgeiz haben, eine Position unter den top ten zu erreichen. Im Vorjahr verfehlte der Honda-Pilot als Zwölfter knapp diese Marke. Insgesamt sind 14 Fahrerinnen und Fahrer aus dem nördlichen Landesteil dabei.
„Gegenüber den Vorjahren ist sowohl die Qualität als auch die Quantität der Teilnehmer gestiegen!  Das ist für uns Ansporn und Verpflichtung, eine zügige Abwicklung zu gewährleisten und den vorgegebenen Zeitplan einzuhalten“ machte Holger Haulsen die Belastung aller Helfer deutlich. Während die Siegerehrung am Sonntag im Rahmen eines gemütlichen Beisammenseins ab 19 Uhr in der Gaststätte „Gärtnerkrug“ in Eggebek stattfindet, werden Pokale und Ehrenpreise am Montag auf dem Veranstaltungsgelände überreicht.
Zuschauer haben an beiden Tagen freien Eintritt und sind herzlich willkommen.

Kieler Nachrichten vom 21. Mai 2015