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Aktualisiert: 18.11.2015

Paukenschlag zum Saisonfinale!

Foto: André Klingemann

1987 fuhr Rolf Petersen (Westerrönfeld) mit seinem damaligen Hamburger Beifahrer André Bockelmann seinen letzten Gesamtsieg bei der ADAC Wikinger Rallye heraus, den vorerst letzten. 2013 gab der heute 70jährige Unternehmer sein Comeback. Zum Ende dieser Saison holte er sich nun mit seinem aktuellen Copiloten Jürgen Krabbenhöft (65) aus Neuberend den Gesamtsieg bei der 45. Rallye Atlantis des MSC Kaltenkirchen. Der Wettbewerb wurde zum Deutschen Rallye Pokal und zu zahlreichen regionalen Meisterschaften gewertet. Von Beginn an legten die beiden Altmeister eine schnelle Gangart an den Tag und waren bereits nach der ersten 7 km langen Wertungsprüfung (WP) unter den top drei. In der nachfolgenden Prüfung verbesserte sich die Mitsubishi-Besatzung auf den zweiten Platz. In der dritten WP übernahmen Petersen/Krabbenhöft mit einer tollen Bestzeit die Führung im Gesamtklassement und gaben diese auch auf dem abschließenden Rundkurs trotz eines kleinen Ausrutschers nicht mehr her. "Eine mittlere Linkskurve war sehr schmierig und wir kamen deutlich auf die Bankette. Dabei haben sich die beiden rechten Felgen viel Dreck 'aufgesammelt‘. Das Auto schüttelte sich anschließend auch in Geradeausfahrt dermaßen heftig, dass an Vollgas nicht mehr zu denken war“ schilderte Rolf Petersen die Aktion. Trotzdem reichte es zur dritten Gesamtzeit und in der Addition zum Gesamtsieg mit einem Vorsprung von über 40 Sekunden. Petersen/Krabbenhöft begannen die sich unmittelbar anschließende 46. Rallye Atlantis wiederum sehr schnell und setzten auf der ersten WP die Bestzeit. In der hereinbrechenden Dunkelheit musste die für die Motorsportfreunde Idstedt startende Mitsubishi-Besatzung dann etwas „ablassen“. „Unser Licht war zu hoch eingestellt, dadurch war die Ausleuchtung der Strecke nur suboptimal!“ Dennoch hielten Petersen/Krabbenhöft bis zur letzten Prüfung die zweite Position hinter den Markengefährten Hink/Birko. "In der zweiten Runde Stuvenborn bin ich dann in die Schikane gerutscht. Dabei wurde der Kotflügel ein wenig eingedrückt und die Beleuchtung schief gestellt. Das ohnehin schon bescheidene Licht wurde so noch schlechter. Entsprechend war dann unsere Zeit und wir verloren einen Platz“ ärgerte sich Petersen über das Missgeschick. Letztlich fehlten knapp 6 Sekunden zum zweiten Gesamtrang. Bei der abschließenden Siegerehrung aber war die Freude riesengroß. Rolf Petersen und Jürgen Krabbenhöft wurden als Sieger der 45. und Dritte der 46. ADAC Rallye Atlantis ausgezeichnet. Und darüber hinaus erhielt das Duo nicht nur zwei große Pokale für den Sieg in der Addition beider Wettbewerbe, sondern auch die Glückwünsche aller Konkurrenten. Und noch ein Superlativ: Rolf Petersen und Jürgen Krabbenhöft gehen mit diesem Erfolg als das älteste Gesamtsieger-Team einer deutschen Rallye in die Geschichtsbücher ein.

Titel verteidigt!

Mit einem Divisionssieg beim letzten Lauf zum ADAC Rallye Masters in Ostbayern sicherten sich Timo Grätsch und Alexandra Gawlick von den Motorsportfreunde Idstedt erneut den Erfolg in der Gesamtwertung der bundesweiten Serie und verteidigten den im Vorjahr erstmals gewonnen Divisionspokal erfolgreich.
In der Masters-Gesamtwertung belegte das Handewitter Mixed mit dem von GG-Rallyesport bestens präparierten BMW M 3 den vierten Rang und wurde damit das beste norddeutsche Team in der Gesamtwertung.

Genau mit diesem Ziel war das erfolgreiche Rallyepaar in Richtung österreichische Grenze aufgebrochen. Die 3-Städte-Rallye startete mit zwei Nachtprüfungen. „Mir graut jedesmal vor Wertungsprüfungen in der Dunkelheit. Da komme ich einfach nicht gut zurecht“ begründete Timo Grätsch den achten Platz der Zwischenwertung.

Dann aber nutzte das Ehepaar die Gunst der herbstlich-freundlichen Rallye-Sonnabends. Bereits in der 1. Sektion noch bei kalten, feuchten, teilweise nebligen Bedingungen verbesserte sich die BMW-Besatzung auf Platz 7. Dann klarte das Wetter auf. Die Handewitter montierten härtere Reifen und machten bis zum Ende der zweiten Schleife weitere Plätze gut. Das Podium in der Division war greifbar nah und die „Nordlichter“ schalteten den Angriff-Modus ein. Mit fehlerfreien Fahrten am Limit setzten sie zwei Division-Bestzeiten und kämpften sich auf Position 2 vor. Der Abstand zum führenden Konkurrenten betrug nur noch 6,2 Sekunden. Im Servicepark checkte das GG-Rallyesport-Team den BMW M3 noch einmal komplett durch. Mit einer kleinen Änderungh am Fahrwerks-Setup waren Grätsch/Gawlick bestens für die letzten zwei Wertungsprüfungen gerüstet. In der vorletzten Wertungsprüfung setzten sie mit 10,3 Sekunden Vorsprung die Divisionsbestzeit, die zugleich die drittbeste Zeit im Gesamtfeld der ADAC Rallye Masters war. Nun hieß es, Nerven bewahren und die Position 1 zu sichern. Mit konzentrierter, aber schneller Fahrt gelang Timo Grätsch/Alexandra Gawlick eine weitere Bestzeit in der Division. Damit waren sowohl der Sieg bei der letzten Veranstaltung als auch die erfolgreiche Titelverteidigung „in trockenen Tüchern“.

„Dieses herausragende Ergebnis freut uns ganz besonders. Die Rallye hatte einen hohen Schotteranteil, eigentlich ein Vorteil für die Allradler in unserer Division!“ lautete das trockene Statement von Fahrer Timo Grätsch. „Unser besonderer Dank geht an das GG-Rallyesport-Team aus Flensburg, das das unser Einsatzfahrzeug die gesamte Saison über so perfekt vorbereitet hat. Wir sind bei allen neun Läufen dieser DRM-/Masters-Saison ohne technische Probleme ins Ziel gekommen. Ein ebenso großer Dank gilt unseren Sponsoren, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre!“

Wir sind wieder da!

Mit Strom: Sieg für Leschek/Haulsen

Michael Leschek und Holger Haulsen gewannen im Mitsubishi i-MIEV der Schleswiger Stadtwerke die 5. Nordeuropäische E-Mobil Rallye!
Der Wettbewerb wurde an zwei Tagen mit einer Gesamtstreckenlänge von 330 km im nördlichen Schleswig-Holstein und in Süddänemark ausgetragen und beinhaltete 12 Wertungsprüfungen (Leistungs-, Gleichmäßigkeits-, Energiespar- und Orientierungsprüfungen).
Die MSF-Besatzung setzte sich mit 6,08 Strafpunkten vor Freerk Schaefer/Zeno Müller (Kiel, Peugeot iOn, 6,55 Punkte) und den Vorjahressiegern Christopher Drechsler/Paula Lippmann (Trappenkamp, Peugeot ZOE, 9,01 Punkte) durch.
Insgesamt waren 30 Teams mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen am Start.

Dicht beisammen: Pech & Glück!

Fotograf Uwe Cordes hat genau den Momernt festgehalten, in dem es Hauke Kiso/Rainer Haulsen bei der Rallye Sulingen "zerbröselt" hat. Ein toller Schnappschuss, aber ein Sprung mit Folgen. "Wir müssen noch untersuchen, was genau abgebrochen bzw. beschädigt ist. Auf jeden Fall trat anschließend Ölverlust auf und wir musste das Fahrzeug abstellen" ärgerte sich Pilot Hauke Kiso über den Ausfall.
Besser ging es dem zweiten MSF-Team Timo Grätsch/Alexandra Gawlick. Nach einem eher müden Beginn ("das Setup stimmte nicht") steigerte sich das M3-Mixed und fuhr auf den 13. Gesamtrang unter 96 Startern. In der mit über 30 Teams stark besetzten Division 3 belegte das Handewitter Ehepaar den vierten Platz.
Ausführlicher Bericht folgt.

Erfolgreicher Saisonauftakt

Zur Vorbereitung auf die Deutsche Rallye-Meisterschaft (DRM) starteten Timo Grätsch und Alexandra Gawlick (Handewitt) beim Rallyesprint auf dem Heidbergring bei Geesthacht. "Wir wollten sowohl Fahrwerk- als auch Motoreinstellungen testen. Es war wichtig zu wissen, das unser BMW M 3 bestens vorbereitet ist" begründete Timo Grätsch den Ausflug an die Elbe. Der M3 lief hervorragend und das Mixed-Team fuhr auf allen 6 Wertungsprüfungen Bestzeit. Der ungefärdete Gesamtsieg war der verdiente Lohn.

Ende März stand dann der erste DRM-Lauf im Erzgebirge auf dem Programm. Die erste Wertungsprüfung wurde am Freitag bei Dunkelheit gefahren. Da es im Servicepark kurz vor dem Start "tröpfelte" und der Wetterbericht Regen angesagt hatte, entschied sich das Team für Regenreifen. Dies erwies sich als
falsche Wahl. Es trocknete mächtig ab; die BMW-Besatzung verlor fiel Zeit und fand sich nur auf Platz 33 der Masters- und auf dem Platz 6 der Division wieder.
Am Sonnabend folgte die große Aufholjagd der "Nordlichter". Durch eine beherzte und fehlerfreie Fahrt sicherten sich die MSFer noch den Sieg in der Klasse H15 gewinnen und fuhren in der Division auf Podiumsplatz 3.

Im April ging es nach Hessen zur Vogelsberg Rallye. Die Rallye hat einen sehr hohen Schotteranteil. Ein klarer Nachteil des heckangetriebenen BMW M3 im
Vergleich zur zahlreichen Allrad-Konkurrenz. Bei diesen an sich schon schlechten Voraussetzungen kam dann auch noch Pech hinzu. Gleich zu Beginn des Wettbewerbes brach ein Stabilisator an der Vorderachse des BMWs. Eine Reparatur war vor Ort nicht möglich. "Durch Veränderungen am Fahrwerks-Setup konnte ich das Auto einigermaßen fahrbar machen. Aber es war kein Vergleich mit einem intakten Sportfahrzeug" ärgerte sich Timo Grätsch über das Mißgeschick. Nach einer kleinen Umgewöhnungsphase konnten Grätsch/Gawlick dennoch das Beste aus dem Auto herausholen. Sie fuhren auf den 2ten Divisionsrang und führen jetzt die Division 3 im ADAC Rallye Masters an. Zudem rückten sie den 4. Platz der Gesamtwertung der ADAC Rallye Masters vor.

In Hessen waren mit Hauke Kiso/Rainer Haulsen zwei weitere MSF-Fahrer am Start. "Wir haben unseren Volvo C30 im Vorjahr neu aufgebaut und konnten ihn nur bei zwei Veranstaltungen testen. Danach wurde das Getriebe ausgetauscht und die Motorabstimmung verändert. Wir waren selbst gespannt, wie sich diese Veränderungen auswirken würden" schraubte Hauke Kiso die Erwartungen von vornherein herunter. Entsprechend zurückhaltend ging das Schleswiger Duo die 150 WP-Kilometer mit ca. 20 % Schotteranteil an. "Insbesondere die Schotterstrecken waren extrem hart und anspruchsvoll, sie verlangten den Autos alles ab. Kein Wunder, dass mehr als ein Drittel der Teilnehmer nicht das Ziel erreichte" fasste Copilot Rainer Haulsen zusammen. Kiso/Haulsen kamen ohne technische Probleme das Ziel. Die Volvo-Besatzung stellte jedoch fest, dass weitere Kleinigkeiten am Fahrzeug verbessert werden müssen, um es konkurrenzfähig zu machen.

Der nächste Einsatz steht für beide Besatzungen Anfang Mai auf dem Programm. Bei der Rallye Sulinger Land stehen den 100 gemeldeten Teams unter anderem zwei mit rund 30 km extrem lange und fahrerisch anspruchsvolle Wertungsprüfungen auf dem IVG-Gelände bevor. Für Grätsch/Gawlick gilt es in der mit 33 Fahrzeugen am stärksten besetzten Division 3 die gute Ausgangsposition in der Masters-Wertung zu behaupten. Dazu Copilotin Alexandra Gawlick: "Wir wollen natürlich so weit wie möglich vorne fahren. Allerdings wollen wir das Risiko minimieren, um das Ziel erreichen und weitere Punkte zu erzielen.
Kiso/Haulsen treffen in ihrer Division 5 auf 16 Konkurrenten. Das Volvo-Team will insbesondere auf dem IVG-Gelände das Fahrzeughandling weiter voran bringen.